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Baader-Meinhofs Kinder: Die zweite Generation der RAF by Tobias Wunschik

By Tobias Wunschik

1. 1 "Hitlers Kinder"? "Hitlers Kinder" - so nannte Jillian Becker 1977 die linksterroristische Baader­ Meinhof-Gruppe. 1 Anlaß für dieses gewagte Urteil conflict eine dramatische Flug­ zeug-Entführung im Vorjahr, als zwei deutsche und fünf palästinensische Terro­ risten gemeinsam eine aus Tel Aviv kommende Passagiermaschine in die ugandische Hauptstadt Entebbe entführt hatten. Dort verlangten die Täter, im Austausch für ihre Geiseln, die Freilassung von forty Gesinnungsgenossen aus israelischer Haft. Um dem Nachdruck zu verleihen, trennten die Terroristen die jüdischen Passagiere von den anderen Fluggästen und bedrohten sie mit dem Leben. Einer der Israeli zeigte daraufhin eine in seinen Arm eingebrannte Num­ mer, die ihn als ehemaligen Insassen eines deutschen Konzentrationslagers aus­ wies, und fragte Wilfried Böse, einen der Täter, wie im Nachkriegsdeutschland so etwas noch möglich sei - er könne nicht recht an das Ende des Nationalsozialis­ mus glauben. Der deutsche Terrorist struggle sichtlich irritiert und antwortete, dies sei doch etwas völlig anderes: Als Mitglieder der Baader-Meinhof-Gruppe strebten er und seine KampfgefahrteD schließlich die marxistische Weltrevolution an. Für die 2 israelischen Geiseln, so Becker, warfare dieser Unterschied nur schwer zu erkennen. Doch nicht nur aus Sicht der Opfer, so führte die Autorin weiter aus, hätten die Nationalsozialisten der dreißiger und die Terroristen der siebziger Jahre eini­ ges gemeinsam. Beide benutzten Gewalt und Terror, um ihren Gegnern den eigenen Willen aufzuzwingen. Die einen wie die anderen zeigten eine stark anti­ liberale und antidemokratische Haltung und demonstrierten einen elitären Führungsanspruch.

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Uo Möglicherweise wurden die Terroristen anfangs selbst durch die "Faszination der Gewalt" angezogen 1u und wollten sich aus diesem Grund möglichst rasch mit einem ideologischen Konzept wappnen. F. Neidhardt, I. a. haben deswegen besonders die praktische, handlungsleitende Funktion der terroristischen Ideologie betont. Das Ziel der Terroristen sei keinesfalls die Formulierung einer eigenen, komplexen und abstrakten Theorie gewesen. "In Wirklichkeit ging es aber natürlich gar nicht um theoretische Erkenntnis-, sondern um praktische Handlungsinteressen.

23. Vgl. , S. 281. , S. 20. Noch kritischer äußern sich I. Fetscher, H. Münkler und H. Ludwig: "Die Ungerechtigkeit der Welt anzuklagen und sich selbst als Retter anzupreisen, ist eine zu alte rhetorische Figur, als daß damit Überzeugungskraft gewonnen würde, geschweige denn die Dignität einer Theorie. Auch die Wendung, alle Mißstände auf ein einziges Erzübel- hier den Imperialismus - zurückzuführen, ist demagogisch-rhetorisch. , S. 228). , S. 163174, s. 172. Vgl. , S. 73. , S. 294. a. Peter Lösche, Terrorismus und Anarchismus.

319. , S. 249. Vgl. , S. 76. I. Petscher geht in der Argumentation noch weiter: "In vielen Fällen gewinnt man freilich den Eindruck, als diene der Hinweis auf das 'zu bekämpfende unmenschliche System' lediglich der nachträglichen und bewußten Rechtfertigung (Rationalisierung) für das Ausagieren unbewußt zugrundeliegender individueller Aggressivität und persönlichen Hasses. , S. 43). '"' Schon den jugendlichen Rebellen der Außerparlamentarischen Opposition waren ihre Ideologien in ähnlicher Weise dienlich.

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